Kickstarter Gebühren 2026: Was wirklich übrig bleibt
Kurze Antwort: Kickstarter behält 5 % Plattformgebühr plus rund 3 % + 0,20 € Zahlungsabwicklung.
Auch verfügbar auf Englisch.
Die Zahl auf deiner Kampagnenseite ist nicht die Zahl auf deinem Konto. Der Unterschied beträgt meist 12 bis 15 Prozent, und die wenigsten Gründer rechnen ihn vorher aus.
Wie hoch sind die Kickstarter Gebühren also wirklich? Kickstarter behält 5 % Plattformgebühr, die Zahlungsabwicklung kostet rund 3 % + 0,20 € pro Beitrag, und etwa 5 % der Beiträge werden am Ende gar nicht erst eingezogen. Ich bin offizieller Kickstarter Expert Partner und begleite Kampagnen aus Großbritannien, der EU und den USA. Diese Rechnung mache ich fast jede Woche mit jemandem.
Die drei Posten, aus denen sich alles zusammensetzt
1. Plattformgebühr: 5 %. Fällt nur an, wenn deine Kampagne erfolgreich finanziert wird. Dafür bekommst du die Reichweite der Plattform, also Kategorieseiten, Empfehlungen und den Newsletter. Das ist der eigentliche Gegenwert.
2. Zahlungsabwicklung: rund 3 % + 0,20 € pro Beitrag. Läuft über Stripe. Bei Kleinstbeträgen unter zehn Euro greift ein anderer Satz, etwa 5 % + 0,05 €, weil die Fixkosten pro Transaktion sonst nicht aufgehen würden.
Der Teil, den fast alle unterschätzen: Das ist eine Gebühr pro Beitrag, nicht pro Kampagne. Bei 500 Unterstützern zahlst du 500 mal 20 Cent. Je günstiger deine Belohnungsstufen, desto mehr Unterstützer brauchst du für dieselbe Summe, und desto stärker fällt dieser Fixanteil ins Gewicht.
3. Geplatzte Zahlungen: im Schnitt etwa 5 %. Und die tun am meisten weh, weil sie in keiner Gebührenaufstellung auftauchen.
Was nach Kampagnenende wirklich passiert
Wenn der Countdown abläuft, hat Kickstarter dein Geld noch gar nicht. Es liegen Zahlungsversprechen vor.
In den folgenden 14 Kalendertagen belastet Stripe die hinterlegten Karten. Die meisten funktionieren. Manche nicht: abgelaufene Karten, fehlende Deckung, Banken, die eine ungewöhnliche Auslandsbuchung blockieren. Kickstarter versucht es automatisch erneut und schreibt die betroffenen Unterstützer an.
Rechne damit, dass rund 5 % deiner Fördersumme dabei verschwinden. Bei größeren Kampagnen können es auch mehr sein.
Ein wichtiges Detail zugunsten der Rechnung: Auf nicht eingezogenes Geld zahlst du keine Gebühren. Die 5 % Plattformgebühr fallen nur auf das an, was tatsächlich ankommt. Der Abzug ist also kleiner, als er auf den ersten Blick wirkt.
Eine Beispielrechnung mit 30.000 €
Nehmen wir eine Kampagne mit 30.000 € Ziel und einem durchschnittlichen Beitrag von 60 €. Das sind 500 Unterstützer.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Auf der Kampagnenseite | 30.000 € |
| Geplatzte Zahlungen (5 %) | − 1.500 € |
| Tatsächlich eingezogen | 28.500 € |
| Plattformgebühr (5 % vom Eingezogenen) | − 1.425 € |
| Zahlungsabwicklung (3 % + 0,20 € × 475) | − 950 € |
| Auszahlung | ≈ 26.125 € |
Aus 30.000 € werden also rund 26.100 €. Das sind knapp 13 % Unterschied, und niemand hat dich betrogen.
Und jetzt der Satz, der die meisten Kampagnen scheitern lässt, nicht in der Finanzierung, sondern in der Lieferung: Diese 26.100 € sind Umsatz, nicht Gewinn. Produktion, Verpackung, Versand, Zölle und Steuern kommen alle noch davon runter. Wer die Fördersumme als verfügbares Budget behandelt, unterfinanziert sein eigenes Projekt.
Wenn du wissen willst, welche Summe für dein Produkt wirklich nötig ist, rechne ich das gerne mit dir durch. Der Strategiecall für 60 £ ist genau dafür da.
Wenn nichts finanziert wird, zahlst du auch nichts
Ein Punkt, der in der Aufregung untergeht: Kickstarter funktioniert nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip.
Erreichst du dein Finanzierungsziel nicht, wird keine einzige Karte belastet. Keine Plattformgebühr, keine Abwicklungsgebühr, kein Cent. Du hast dann Zeit verloren, aber kein Geld an die Plattform.
Genau deshalb ist die Höhe deines Ziels die wichtigste Entscheidung der ganzen Kampagne. Setze es auf den Betrag, den deine Vorab-E-Mail-Liste am ersten Tag stemmen kann, nicht auf deine Produktionskosten. Kampagnen, die schnell finanziert sind, werden von Kickstarters eigenem Algorithmus ausgespielt. Kampagnen, die bei 20 % dümpeln, verschwinden.
Für Creator aus Deutschland
Zwei Dinge, die deutsche Gründer regelmäßig zu spät klären.
Die Währung wird bei der Projekterstellung festgelegt und kann nie mehr geändert werden. Startest du in Euro, sehen deine Unterstützer Euro-Preise und die Auszahlung kommt in Euro auf dein Konto. Das erspart dir und deinen Backern die Wechselkursreibung. Diese Entscheidung dauert dreißig Sekunden und gilt für immer.
Ausweis, Bankkonto, Zahlungskarte und Adresse müssen im selben Land liegen. Nicht ungefähr. Im selben. Wer im Ausland lebt, das Konto eines Partners nutzt oder eine Firma in einem anderen Land angemeldet hat, merkt das im ungünstigsten Moment. Das gehört in die erste Woche deiner Planung, nicht in die letzte.
Zur Umsatzsteuer sage ich hier bewusst nichts Konkretes, weil sie von deiner Rechtsform und deinen Umsätzen abhängt und ich kein Steuerberater bin. Nur so viel: Kläre sie vor dem Start, nicht danach. Eine erfolgreiche Kampagne kann deine Schwellenwerte an einem Nachmittag reißen.
Die ehrliche Zusammenfassung
Die Gebühren sind nicht das Problem. 8 bis 10 % für Zahlungsabwicklung und Zugang zu einem Publikum, das aktiv nach neuen Produkten sucht, sind ein fairer Preis.
Das Problem ist, dass Gründer mit der Zahl von der Kampagnenseite planen. Rechne von Anfang an mit 85 bis 88 % davon, und behandle auch diesen Rest als Umsatz und nicht als Gewinn. Dann hältst du am Ende dein Versprechen an die Unterstützer, und genau daran entscheidet sich, ob du je eine zweite Kampagne machst.
Das Wichtigste in Kürze
- Kickstarter behält 5 % Plattformgebühr, nur bei erfolgreicher Finanzierung.
- Zahlungsabwicklung kostet rund 3 % + 0,20 € pro Beitrag, nicht pro Kampagne.
- Rund 5 % der Beiträge werden nach Kampagnenende nie eingezogen.
- Auf nicht eingezogenes Geld fallen keine Gebühren an.
- Aus 30.000 € auf der Seite werden realistisch etwa 26.100 € Auszahlung.
- Die Kampagnenwährung wird einmal festgelegt und ist danach unveränderlich.
Brauchst du Unterstützung?
Wenn du gerade dein Finanzierungsziel festlegst und nicht sicher bist, ob die Zahl trägt, ist das eine Stunde Arbeit und keine wochenlange Recherche. Mein Strategiecall für 60 £ geht genau diese Rechnung mit dir durch, bevor du ein Datum festlegst.
Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch, mit einem interaktiven Gebührenrechner.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Kickstarter Gebühren? +
Kickstarter behält 5 % Plattformgebühr auf erfolgreich finanzierte Projekte. Dazu kommt die Zahlungsabwicklung über Stripe mit rund 3 % + 0,20 € pro Beitrag. Zusammen sind das etwa 8 bis 10 % der Fördersumme.
Zahle ich Gebühren, wenn mein Projekt nicht finanziert wird? +
Nein. Kickstarter arbeitet nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip. Wird das Finanzierungsziel nicht erreicht, wird keine Karte belastet und es fallen keinerlei Gebühren an. Das Risiko liegt also nicht in den Gebühren, sondern in der Zeit, die du investiert hast.
Was passiert mit geplatzten Zahlungen? +
Nach Kampagnenende belastet Kickstarter 14 Tage lang die Karten aller Unterstützer. Im Schnitt scheitern dabei rund 5 % der Beiträge, meist wegen abgelaufener Karten oder fehlender Deckung. Auf diesen Betrag zahlst du keine Gebühren, er fehlt dir aber trotzdem.
Bekomme ich als deutscher Creator Euro ausgezahlt? +
Ja, wenn du deine Kampagne in Euro startest. Die Auszahlung läuft über Stripe auf ein Konto in dem Land, in dem du auch gemeldet bist. Wichtig: Die Währung wird bei der Projekterstellung festgelegt und lässt sich danach nie mehr ändern.
Sind die Gebühren bei Indiegogo günstiger? +
Praktisch nicht. Beide Plattformen nehmen 5 % Plattformgebühr plus rund 3 % Zahlungsabwicklung. Der Unterschied liegt bei etwa einem Prozentpunkt, während die Reichweite sich um ein Vielfaches unterscheidet. Wähle nach Publikum, nicht nach Gebühren.